
Tagebuch für meine Loretta, eine ehemalige Straßenhündin
von Sabine
11.11.2012
Die kleine Loretta hat ihr Glück bei einer lieben Familie in Berlin gefunden.
(23.55 Uhr)
Loretta und ich sind wohlbehalten zu Hause angekommen. Während der Fahrt war sie ganz ruhig und hat geschlafen. Jetzt läuft sie gerade in der Wohnung herum und schaut sich alles an. Ängstlich ist sie gar nicht. Eher schüchtern. Sie lässt sich von mir anfassen und kommt zwischendurch auch immer mal zu mir. Einen kleinen Willkommens-Imbiss hat sie mir auch schon abgenommen (Rinderhackfleisch ganz vorsichtig aus der Hand. Unsere Katze Lissy saß daneben und hat auch mitgegessen).
Die Begrüßung durch die anderen Hunde war manierlich. Die anderen Katzen sitzen noch auf erhöhten Plätzen und beäugen das neue Familienmitglied verhalten. Der Start hat also schon mal sehr gut geklappt. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen. Ich halte Sie auf dem Laufenden.
Erst einmal vielen Dank für alles und viele Grüße an Arthur.
Sabine
(23.59 Uhr)
Ein kleiner Nachtrag: Loretta hat anscheinend schon eine genaue Vorstellung davon, wo sie schlafen möchte. Sie hat es sich bereits auf der zusammengelegten Decke am Fußende des Bettes gemütlich gemacht. War schon ein aufregender Tag…
12.11.2012
Nein, was ist das eine süße Maus! Wir sind alle ganz verliebt in Loretta. Die letzte Nacht hat sie mit im Schlafzimmer geschlafen – auf einem Kissen vor dem Bett. Sie war ganz lieb und ruhig. Jetzt hat sie sich bereits mit den anderen Hunden wieder ins Schlafzimmer zurückgezogen und man wartet darauf, dass die Nachtruhe anfängt. Mir bleibt also nur wenig Zeit für ein paar hastige Zeilen.
Der Tag ist sehr gut verlaufen. Wir waren mehrfach zusammen draußen im Garten (an 10 Meter Schleppleine), was ihr sehr gut gefällt. Beim 4. Mal ist sie dann auch freiwillig wieder mit ins Haus gegangen. Pipi hat sie draußen gemacht. Heute Morgen habe ich ein Miniaturwürstchen auf dem Badezimmerteppich gefunden. Jetzt gerade war sie noch mal Groß draußen. Klappt also wunderbar.
Ansonsten haben wir heute “Alltag” geprobt und nichts Besonderes gemacht. Loretta ist vorsichtig aber auch neugierig und den großen braunen Kulleraugen entgeht nichts. Der Appetit ist auch gut. Sie nimmt mir die Häppchen ganz höflich aus der Hand und das Kommando “Hier” übt sich damit schon sehr gut. Mit den anderen Hunden geht es auch völlig problemlos. Die Katzen und die Kaninchen interessieren sie nicht. Klingt alles perfekt – da wartet man doch glatt auf den Pferdefuß. Na mal sehen, was die nächste Zeit und das steigende Selbstbewusstsein zu Tage fördern. Bis jetzt ist sie einfach nur zauberhaft. Kaum zu glauben, dass bisher niemand auf dieses Goldstück aufmerksam geworden ist – und unser Glück. So, jetzt muss ich aber sehen, dass mir auch noch ein Eckchen zum Liegen bleibt.
Gute Nacht und bis bald.
Sabine
P.S. Loretta hat übrigens einen ganz entzückenden Ringelschwanz (war auf den Fotos und in den ersten Stunden ja nicht zu sehen), den sie, wenn sie selbstsicher ist, keck geschwungen um ihr Hinterteil trägt. Hatte ich schon erwähnt, dass wir verliebt sind …?
14.11.2012
… da läuft der Mund von über…
Und da ich nach wie vor schwer verliebt bin in Loretta, muss ich einfach irgendjemandem davon erzählen. Da müssen Sie jetzt leider herhalten. Das haben Sie davon, dass Sie Hunde an Menschen wie mich vermitteln.
Also abgesehen davon, dass Loretta nicht gerne alleine in einem Zimmer bleiben will, wenn ich weggehe (sie hat mir im Schlafzimmer die gesamten Blumen vom Fensterbrett geräumt), konnte ich bis jetzt noch keine Charakterschwächen bei ihr entdecken.
Gestern Abend und heute Morgen war sie mit den Vorderpfötchen schon im Bett. Bei Gruppenkuscheleien tänzelt sie um uns herum, möchte gerne, traut sich aber noch nicht so richtig. Kommt immer mal ran und verteilt Küsschen, lässt sich auch streicheln, aber auf den Schoß kommt sie noch nicht (naja, Tag 3, da muss man wohl noch nicht verzweifeln).
Sie läuft im Garten frei und zieht dabei die Schleppleine hinter sich her. Das finden wiederum unsere Katzen ganz toll – das Leinenende, das durch das gefrorene Gras raschelt – toll! Dementsprechend hängt immer mindestens eine Katze hinten an der Leine dran. Das ist dann wieder für mich unheimlich praktisch, weil ich mich um nix kümmern muss. Katze führt Hund spazieren! Abgesehen davon läuft sie mir in Haus und Garten meistens hinterher und “hilft” bei allen Tätigkeiten von Vögel füttern bis Katzentoiletten säubern. Nur gerade beim letzten Pipi-Gang nicht. Da hat sie nur kurz ihr Geschäft erledigt und ist dann ganz schnell wieder wupps ab ins Warme. Ich stand zähneklappernd auf dem Rasen und hatte das Nachsehen. Scheint, als hätte sie bereits die Vorteile einer Zentralheizung erkannt.
Wenn ich kurz aus der Wohnung gehe und zurück komme, steht sie hinter der Tür und wedelt mit dem Schwänzchen. Ständig sucht sie den Blickkontakt und fragt damit, ob sie alles richtig macht. Eben kam ein komisches Grunzen aus dem Schlafzimmer. Als ich vorsichtig um die Ecke geschaut habe, lag Loretta rücklings auf ihrem Deckenlager, die Beinchen in der Luft zappelnd, sich genüsslich grummelnd wälzen und fläzen. Also alles in allem ein völlig verängstigter Hund!
Nee, Spaß bei Seite. Es ist doch wirklich verrückt, wie sich ein Ortswechsel auf einen Hund auswirken kann. Loretta hatte anscheinend ein paar Siebenmeilenstiefelchen für ihr neues Leben mit im Reisegepäck. Die hat sie jetzt angezogen und absolviert ihre Eingewöhnungszeit im Zeitraffertempo, jedenfalls aber viel schneller, als wir alle gedacht haben.
Weil alles so gut funktioniert, waren wir auch gestern und heute schon eine Runde im Wald spazieren. Es grenzt an ein Wunder, dass ich jetzt schon wieder zu Hause bin. Wir mussten an jedem Blatt stehenbleiben, um es ausgiebig zu beschnüffeln. Und, meine Damen und Herren, ich rede hier von Herbst in einem Laubwald!!! Als wir mit den Blättern endlich durch waren, kamen noch alle Bäume dran… Stöhn! Spaziergänge machen ihr Spaß, allerdings erschreckt sie dabei leicht (andere Spaziergänger, fahrende Autos, fallende Zapfen, mein Stolperer über eine heimtückisch im Laub verborgene Wurzel). Hier brauchen wir noch etwas Praxis.
Gebellt hat sie noch nicht. Ich bin schon gespannt auf ihr Stimmchen. Und sie ist 100% stubenrein.
Ja, sie ist ganz entzückend! Jetzt habe ich sie schon 15 Minuten nicht mehr gesehen (liegt schon schlafend im Schlafzimmer auf ihrem Deckenhaufen) und vermisse sie schon arg. Deshalb werde ich mich jetzt auch ins Gemach zurückziehen. Gute Nacht!
15.11.12
Loretta schickt viele Grüße vom Spaziergang im Wald!
18.11.12
Eine Woche Loretta – hier kommen die ersten Bilder.
Allerdings sieht sie auf den meisten Bildern etwas verängstigt aus. Der Fotoapparat hat sie ein wenig eingeschüchtert (“Apparat essen Seele auf”). Sobald der schwarze Kasten verschwunden war, war Loretta’s Welt wieder in Ordnung.
Gestern hat sie auch meinen Mann kennengelernt, der war ja fast 2 Wochen lang auf Geschäftsreise. Als er nach Hause kam, ist sie erst mal mit allen anderen Hunden zur Tür gelaufen -schließlich will man ja nichts verpassen. Sie hat ihn auch gleich beschnüffelt und ist in einem Sicherheitsabstand von 1 Meter um ihn herumgekreist. Als wir dann beim Abendessen saßen, hat sie sich zwischen unsere beiden Stühle gesetzt und sich streicheln lassen. Wenn er aufsteht, springt sie auch auf und geht auf Sicherheitsabstand, lässt sich aber gleich wieder anlocken und über das Köpfchen streicheln. Inzwischen haben sich die beiden schon aneinander gewöhnt. Arthur kann beruhigt sein.
Heute sind Loretta und ich auch wieder zusammen in den Wald gezogen, die Tasche voll mit ihrer Futterration und sie ist zum ersten Mal an der 5-Meter Schleppleine gelaufen (nicht mit Doppelleine). So haben wir wieder fleißig “Hier” geübt und das funktioniert schon sehr gut. Loretta läuft prima an der Leine, zieht eigentlich gar nicht und sucht ständig den Blickkontakt. Die meiste Zeit läuft sie sogar freiwillig “Bei Fuss”. Vor Joggern hat sie Angst. Naja, man hört ja oft genug, dass die einem manchmal hinterherlaufen, einen anspringen oder sogar beißen! An ihrem Jogger-Bild müssen wir noch etwas arbeiten.
Also, die Bilanz nach einer Woche ist absolut positiv. Loretta ist aufgeschlossen und ihre Neugier ist immer stärker als ihre Skepsis. Sie orientiert sich schon sehr gut an mir und wartet immer an der Tür auf mich, wenn ich mal rausgehe. So gesehen fühle ich mich schon wie im Advent: Immer wenn ich ein Türchen öffne, steht dahinter ein kleines schwanzwedelndes Engelchen mit goldenem Fell und kullerrunden braunen Augen.
Sie springt freudig an mir hoch beim Wiedersehen (auch wenn ich nur schnell die Wäsche in den Keller gebracht habe), geizt nicht mit Küsschen (wenn man sich zu ihr runterbeugt), hat einen gesunden Appetit und eine noch gesündere Verdauung und gerade eben hat sie auch zum ersten Mal gebellt (erstaunlich kräftiges Stimmchen für so einen zarten Körper).
So, jetzt ist es wieder spät geworden und ich werde für heute schließen. Ich halte Sie auf dem Laufenden …
Viele Grüße
Sabine
19.11.12
21.11.12
Jetzt wird sie keck, unsere Loretta.
Heute hat sie das erste Mal gespielt. Sie hat sich bei der Zubereitung des Nagerfutters ein Stückchen Möhre stibitzt und ist damit durch die Gegend getobt. Hat das Stückchen immer in die Luft gewirbelt und ist hinterher gesprungen. Danach vor lauter Übermut rauf auf’s Sofa und sich wild herumgewälzt. Ich wollte es schnell mit der Handykamera filmen, aber –und wir erinnern uns an dieser Stelle an ihre Skepsis bzgl. des Fotoapparats-sie hat sofort gemerkt, dass ich sie beobachte und hat dann leider aufgehört.
Überhaupt hatte sie heute ein paar Hummeln im Hintern. Sie hat versucht, Vinci (ausgerechnet unseren Größten!) zum Spielen zu animieren und bei zwei unserer Katzen hat sie auch ihr Glück versucht. Kater Paul hatte darauf keine Lust und wollte nur schnell weg – sie begeistert kläffend hinterher, was der Kater wiederum gar nicht lustig fand. Sie ließ sich aber leicht abrufen und es ist nichts passiert. War doch nur Spaß ….
Seitdem sie ihre Stimme wiedergefunden hat, benutzt sie sie mit Fleiß. Sie hat heute ein paar Mal (ohne besonderen Grund?) angeschlagen und der ganze Chor stimmt dann mit ein. Darüber muss ich bei Gelegenheit dann mal mit ihr reden…
Außerdem hat sie das Sofa erobert. Dort hat sie sich eins der großen Kissen gesichert, das vor dem Hinlegen erst noch umständlich durch Kratzen, Scharren und im Kreis laufen gerichtet wird.
Gestern Abend wollte sie nicht mit ins Schlafzimmer. Beim allgemeinen Zubettgehen hatte sich im Türeingang ein Stau von großen Hunden und Katzen gebildet und das war ihr wohl ein bisschen zu viel. Ich wollte sie dann auf den Arm nehmen (was auch normalerweise kein Problem ist), aber sie fühlte sich in dem Moment wohl zu sehr bedrängt und ist unter die Stuhlbeine zurückgewichen. Da man ja niemanden zu seinem Glück zwingen kann, sind wir dann ohne Loretta ins Bett. Nach einer viertel Stunde etwa war dann draußen vor der Tür Geschnüffel und Getippel zu hören. Ich bin dann noch mal aufgestanden und habe die Tür aufgemacht und Schwups, an mir vorbei, auf den Kissenhaufen springen und sich zur Schnecke rollen war eins.
Also von gestern auf heute hat sich bei Loretta viel getan. Sie fängt an aufzupassen (Bellen), sie traut sich an die besseren Schlafplätze heran (Sofa), sie fängt an zu spielen (wer hätte das gedacht?) und sucht den Anschluss beim Rudel. Toll, toll, toll, diese für und wirklich unerwartet rasante Entwicklung. Da geht noch einiges!
Viele Grüße
Sabine
22.11.12
Heute kam das Straßenmädchen bei Loretta wieder durch.
Es gab ein Riesengepolter aus der Küche. Auf meinem Weg zur Lärmquelle kam mir Loretta mit eingeklemmtem Schwänzchen entgegen gesaust. In der Küche lag die Sammeltonne für die Leichtverpackungen umgekippt auf dem Boden und der Inhalt in der ganzen Küche verstreut. Da hat sie sich wohl an ihre Zeit als Selbstversorgerin erinnert und versucht, die Mülltonne zu plündern. Dabei muss sie mit der ganzen Tonne umgekippt sein. Um an dieser Stelle gleich Ihrer eventuellen Sorge vorzubeugen: Loretta bekommt ganz bestimmt genug zu essen bei uns! Dank der Tatsache, dass jedes Familienmitglied täglich um ihre Gunst buhlt, bekommt sie sogar eher zu viel als zu wenig.
Es schmeckt ihr auch ausgesprochen gut – nur Gemüse hält sie für völlig überflüssig und sortiert es blitzschnell und sorgfältig aus.
Sie hat auch heute schon mal ein bisschen ihren Platz in der Rudel-Rangordnung angetestet. Ich habe am Schreibtisch gesessen und Kyros kam unter dem Tisch zu mir, um mir seinen Kopf auf das Bein zu legen und sich ein bisschen Aufmerksamkeit abzuholen. Da kommt aus dem Nichts „Beretta“ angeschossen, kläfft und knurrt Kyros weg und drängelt sich an seinen Platz. Da haben Kyros und ich beide ganz schön dumm geguckt. Irgendwie hat sie sich aber über ihren eigenen Mut selbst am meisten erschrocken und ist gleich wieder auf ihren Platz zurückgehuscht.
So, schon wieder ein Tag herum.
Wir gehen schlafen und wünschen eine Gute Nacht.
26.11.12
Lorettas neue Kleider
Am Samstag ist endlich Lorettas neues ausbruchsicheres Geschirr gekommen. Wir haben es gleich an- und ausprobiert. Es passt wunderbar. Anbei ein paar Fotos. Ist sie nicht chic? Aber naja, aber mit dem Aussehen und der Figur kann man ja sowieso alles tragen!!!
Wir haben uns dann auch gleich auf den Weg in den Wald gemacht und dort wieder Gefahren ins Auge geblickt und viele Abenteuer gemeinsam bestanden (Begegnungen mit Radfahrern, anderen Spaziergängern mit und ohne Hund, die bereits erwähnten Jogger, vor denen man sich ja gar nicht genug in Acht nehmen kann, suspekte Geräusche im Gebüsch und Waldbewohner aller Art – ein Wunder, dass wir noch leben!). Ja, dass schweißt zusammen.
Loretta läuft super an der Leine. Das “Hier” klappt im Wald und auch zu Hause schon zu 95 %.
Hier der Link zu einem kleinen Video, das zeigt, wie fleißig wir üben: www.youtube.com.
Ansonsten ist sie munter, mit dem neugierigen Näschen überall dabei und sehr anhänglich. Sie kommt ständig und fordert Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten, die sie aber leider noch nicht ganz genießen kann. Sie kann noch nicht locker lassen, der kleine Körper ist immer noch angespannt, wenn man sie streichelt. Nun, Vertrauen lässt sich ja nicht auf Knopfdruck einschalten. Dass braucht Zeit und viele gute Erfahrungen.
Abgesehen davon, dass Loretta die Spaziergänge gut gefallen, verlässt sie das Haus ansonsten nur ungern. Sie läuft inzwischen in Haus und Garten ohne Geschirr und Schleppleine, hält sich aber nie lange draußen auf. Ein Plätzchen drinnen im Warmen ist ihr inzwischen lieber. Heute Morgen habe ich sie versehentlich ausgesperrt. (Keine Sorge – höchstens 5 Minuten.) Ich war mit den anderen in der Küche und habe Leckerlis verteilt. Ich habe 2 Mal nach ihr gerufen und sie kam nicht, was bei einer normalerweise 95%igen Erfolgsrate ja verdächtig ist. Ich habe mich also auf die Suche gemacht, kam ins Wohnzimmer und sah einen kleinen blonden Flummi draußen vor der Terassentür auf und ab hüpfen (bis Höhe Türklinke). Dass die Tür dann endlich wieder aufging wurde mit großer Erleichterung und begeistertem Schwänzchendrehen (Loretta kann nämlich im Kreis wedeln!) quittiert.
Gerade sollten alle noch mal zur letzten Pipi-Runde raus. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Es regnet. Loretta hat das Näschen rausgesteckt – den Hintern aber drinnen gelassen und im Wintergarten auf den Teppich gepinkelt. Aus ihrer Sicht wurde das Problem also einwandfrei gelöst!
So, das wische ich jetzt noch schnell weg und dann machen wir für heute die Lichter aus.
Bis bald…
28.11.12
Das Einstein-Mädchen
„Ein Hund, der nicht (Futter) klaut, ist dumm!“
Das sagt jedenfalls der Hundetrainer unseres Vertrauens. Nun, wenn man das als Maßstab anlegt, dann kann ich voller Mutterstolz verkünden, dass wir uns mit Loretta einen kleinen Einstein ins Haus geholt haben! Sie stibitzt Katzenfutter. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, über den Stuhl auf den Küchentisch zu springen, wo normalerweise Kater Paul serviert bekommt. Und dabei steh‘ ich noch daneben! Ich hab’s erst gar nicht gemerkt, da Kater Paul und Loretta in etwa die gleiche Farbe haben und ich das Ganze nur aus den Augenwinkeln gesehen habe. Außerdem „fliegt“ Loretta mit einer Selbstverständlichkeit und Geschmeidigkeit auf den Tisch, dass es glatt als Katze durchgeht. Naja, zu einem richtigen Engelchen gehören eben auch ein Paar Flügel, nicht wahr? Aber sie könnte doch wenigstens den Anstand besitzen und warten, bis dass ich nicht im Raum bin, oder?
Alle unsere Katzen haben erhöhte Futterplätze, damit die Hunde nicht an das Futter kommen. Ausnahme ist Lissy. Sie hat ihren Lieblingsschlaf- und Futterplatz in einem ausrangierten Kaninchenkäfig, der ebenfalls in der Küche steht. (Nicht fragen – nur wundern! Hat sich halt irgendwann mal so ergeben). Durch den engen Eingang konnten die Hundeschnuten bislang auch nicht an das Futter ran. Das ist natürlich kein Hindernis für Klein-Loretta. Auch hier bei Lissy hat sie zugeschlagen! Nun, wenn sie so weiter futtert, hat sich das Problem bald von alleine geregelt, dann passt sie nämlich nicht mehr durch den Eingang durch. Aber soweit soll es natürlich nicht kommen.
Meiner Erfahrung nach schafft man es nicht, einem Hund, der einmal auf der Straße gelebt hat und Selbstversorger war, den Mundraub komplett abzugewöhnen. Mir ist es jedenfalls bis jetzt noch nicht gelungen. Na, da hilft nur, daran zu denken, das restliche Futter wegzustellen, wenn die Katzen nicht aufgegessen haben. Hab‘ ja auch sonst nix im Kopf und angeblich nutzt man ja sowieso nur einen Bruchteil seiner Gehirnmasse…
Bis bald
Sabine
10.12.12
Ganz schön stressig, diese „besinnliche“ Vorweihnachtszeit, nicht wahr? Bis dass jede Lichtergirlande an ihrem Platz hängt …. dazu die Sache mit den Weihnachtsgeschenken für die Lieben, die Torschlusspanik vor dem Ende des Geschäftsjahres im Job und nun auch noch mehrmals täglich das Schneeschippen.
Ja, bei uns hat es schon ordentlich geschneit. An einigen Stellen geht der Schnee Loretta schon bis über den Bauch. Das tut ihrer Laune aber keinen Abbruch. Sie saust wie wild im Garten rum, springt wie ein Hirsch und spielt – bevorzugt mit Higgins (dem Hund meiner Mutter). Mit ihm jagt sie über die Wiese und spielt fangen oder das gleiche in der Wohnung um den Esstisch und über das Sofa. Ist Higgins gerade nicht greifbar, muss ich herhalten. Sie springt auf mich zu, duckt sich, um dann gleich wieder los zu sprinten. Ich muss dann albernde Geräusche produzierend hinter ihr her und versuchen, sie zu schnappen – immer um den Kirschbaum herum…. Es ist einfach zu schade, dass sie so kamerascheu ist, sonst könnte ich Ihnen ein Video schicken – das glaubt uns doch sonst kein Mensch!
Viele Grüße aus dem verschneiten Berlin
Sabine
11.12.12
Endlich!!
Gestern Abend habe ich noch lange gearbeitet und mich dann “nur mal kurz” auf das Sofa gesetzt. ….. Als ich die Augen wieder aufgemacht habe, war es 03:10 Uhr und ich habe beschlossen, für den kurzen Rest der Nacht einfach auf dem Sofa liegen zu bleiben. Besonders deshalb weil (und ich habe es mit verschlafenen Augen erst gar nicht richtig gesehen) sich Loretta zum allerersten Mal zu uns zum schlafen gelegt hatte – zwar nur auf Wadenhöhe, aber immerhin!!! Sie hat sich endlich getraut.Mal sehen, ob sie jetzt auf den Geschmack gekommen ist ….
Viele Grüße
Sabine
19.12.12
Hallo zusammen, hier meldet sich die Loretta!
Es wird ja viel über mich in dieses Tagebuch geschrieben. Heute melde ich mich mal persönlich. Mein Mensch hat keine Zeit zu schreiben, sagt sie. Jahresabschluss, Weihnachtsvorbereitungen, Schnee schippen und und und.
Ich wohne jetzt schon über 5 Wochen bei meiner Familie, mir geht es prima und es ist inzwischen Winter geworden. Ist das nicht herrlich? Die Welt draußen ist weiß und wie verzaubert. Die Luft ist klar und frisch und es liegt auch etwas Geheimnisvolles in ihr. Die Menschen tun jedenfalls ganz gewichtig. Das muss etwas mit diesem „Weihnachten“ zu tun haben.
Ja, der Winter ist wunderbar, wenn man jemanden hat, der einem nach dem Herumtoben im Schnee Pfoten und Fell mit einem weichen Handtuch trocken reibt. Es macht einem nichts aus, in der Kälte herum zu laufen, wenn man weiß, dass man jederzeit wieder hinein ins Warme kann. Man kann es sich leisten, seine Energie beim Spielen und Toben in der weißen Pracht zu „verpulvern“, wenn man ein volles Bäuchlein hat und sich keine Gedanken machen muss, woher die nächste Mahlzeit kommt. Der bissige Frost kann einem nichts anhaben, wenn man zu Hause warme Hühnerbrühe zum Aufwärmen bekommt und sich anschließend in ein weiches Körbchen kuscheln kann. Die langen kalten Nächte sind ausgesprochen gemütlich, wenn man einen sicheren Schlafplatz hat, warm und geborgen zusammen mit seinen Rudelfreunden und Menschen. Ich habe nun alle diese Dinge und weiß, dass ich sehr viel Glück gehabt habe angesichts der großen niemals versiegenden Zahl von heimatlosen Tieren. Es gibt noch so viele und alle haben das Recht auf ein schönes Leben.
Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wo Raum ist im Herzen, da ist auch Raum im Haus“!
Ihr lieben Menschen, bitte denkt an die heimatlosen Hunde und Katzen in Polen, der Ukraine (dort ist es jetzt bereits -14° Celsius) und all den anderen Ländern. Macht Eure Herzen weit – und vielleicht dehnen sich dann ja auch die Wände Eures Hauses noch ein wenig …
?!
Das jedenfalls ist mein Wunsch zu Weihnachten.
Es grüßt Euch herzlichst
Eure Loretta
P.S. Vielen Dank an das Hundehilfe-Ukraine-Team für das Weihnachtspäckchen. Es war da …. und gleich auch wieder weg. Wir mussten doch jeder ein Stückchen probieren… Ich habe artig mit all meinen neuen Freunden geteilt.
22.12.2012
Hallo Ihr Lieben, hier die Loretta!
Also, ich muss schon sagen, ich habe es richtig gut getroffen – meine Menschen sind wirklich nett!!!
Draußen ist ein gruseliges Wetter. Kalt und nass und windig. Da jagt man noch nicht mal einen Hundefänger vor die Tür! Und auch wir Hunde überlegen
es uns zweimal, ob wir raus müssen zum Pipi machen. Und was machen meine Menschen, die Guten? Sie holen einfach einen Baum ins Haus!!! Das ist dann so, als würde der Berg zum Propheten kommen… Sehr praktisch!
Und weil sie wissen, dass Fiona und ich im Dunkeln nicht so gerne raus zum Pipimachen gehen, machen sie auch noch Lichter an den Baum!!! Echt lieb,
meine Menschen. Nicht wahr?
Viele Grüße
Eure Loretta
24.12.2012
Loretta wünscht: Allen Lebewesen ein fröhliches Weihnachtsfest
… und dem schließen wir uns an. Dem gesamten Team der Hundehilfe-Ukraine, besonders den Mitarbeitern, die in Polen und der Ukraine direkt “an der
Front” arbeiten, vor allem aber den Hunden selbst, die noch in den Tierheimen oder auf der Straße auf ihr zu Hause warten, wünschen wir ein
friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr mit viel Mut, Kraft und Durchhaltevermögen.
Viele Grüße
Familie P.
17.02.2013
Ein Lebenszeichen,
nach einer langen Zeit der Abstinenz melden wir uns wieder mit einem Lebenszeichen.
Das neue Jahr begann mit Brechdurchfall bei 2 unserer Hunde, einer Erkältung bei mir, einer Grippe bei meiner Mutter, einer Grippe bei meinem Mann, einem grippalen Infekt bei mir – alles schön der Reihe nach und Schwupps, waren der Januar und der halbe Februar schon rum.
Aber Loretta geht es prima. Sie ist eine muntere, lebendige Hündin, die immer noch fleißig „gute Erfahrungen“ sammelt. Wenn ich auf dem Sofa liege (was leider viel zu selten vorkommt) legt sie sich schon dazu. Das haben wir während meiner Erkältung „geübt“. Da hat sie ganz toll Krankenwache neben mir gehalten. Sie freut sich, wenn ich nach Hause komme und macht dabei putzige Luftsprünge. Und Spaziergänge findet sie so toll, dafür schlüpft sie sogar freiwillig mit dem Kopf voran in ihr Wintermäntelchen. Also alles gut bei uns….
Heute melden wir uns aber vor allem mit der guten Nachricht, dass wir eine Spende in Höhe von 151,53 Euro an die Hundehilfe Ukraine überweisen konnten. Bitte setzten Sie das Geld dort ein, wo es gerade am meisten benötigt wird. Warum dieser krumme Betrag? Wir habe in unserer Diele auf dem Schuhschrank ein ausgedientes Spaghettiglas stehen. In dieses Glas wirft jedes Familienmitglied das „Klimpergeld“ (also Cent-Stücke oder auch schon mal einen Euro), das sich als Bodensatz im Portemonnaie, in Jackentaschen oder der Mittelkonsole des Autos ansammelt. Wenn das Glas voll ist, bringen wir es zum Leeren und Zählen auf die Bank und das Geld bekommt dann ein Tierschutzverein. Das ist eine Spende, die nicht ins Kontor schlägt, weil man dieses Geld schon längst „abgeschrieben“ hat und die deshalb gar nicht weh tut. Vielleicht eine Idee zum Nachmachen für andere Tierfreunde?
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Sabine, Loretta und der Rest der Meute
17.02.2013
Also, ich habe meine Menschin ja schon sehr lieb gewonnen. Sie gibt sich wirklich immer sehr viel Mühe mit uns. Seit neuestem bellt sie sogar! Sie bellt und bellt und bekommt dabei einen furchtbar roten Kopf (siehe: völlig falsche Technik!). Sie nimmt sogar irgendwelche Tropfen, damit es besser geht. „Bell-Tropfen“ sozusagen. Das Dumme ist nur, ich verstehe kein Wort! Nicht eine Silbe! Das ist wirklich zu schade, denn sie strengt sich doch so sehr dabei an. Ich habe schon die anderen im Rudel gefragt. Da sind ja auch Spanier, Griechen und ein Ungar dabei … aber die haben auch alle nur mit dem Kopf geschüttelt. Gut, dass ich inzwischen schon sehr viel mehr Menschensprache verstehe, als ich offiziell zugebe. Ich habe aufgeschnappt, dass die Menschen das „Husten“ nennen. Kann mir irgendjemand sagen, ob es sich dabei um einen seltenen oder sogar schon ausgestorbenen Dialekt handelt?
Nun, es wäre auf jeden Fall besser, wenn sie damit wieder aufhören würde. Schuster bleib‘ bei Deinen Leisten! Denn Sie macht es auch nachts – und schlaft Ihr mal zusammen mit jemandem in einem Zimmer, der die ganze Nacht quatscht! Davon bekommt man Ohrmilben – habe ich jedenfalls mal gehört.
Das Beste wird es sein, wenn ich noch mehr von der Menschensprache lerne. Dann kann ich ihr zeigen, dass ich sie in ihrer Sprache viel besser verstehe und sie kann ihre Versuche einstellen. Ja, das werde ich machen!
Es grüßt Euch herzlich
Eure Loretta.
13.03.2013
Es gibt Tage, da wünscht ich, ich wär mein Hund …
Ich sitze an meinem Schreibtisch und arbeite. Um mich herum liegen auf Kissen, Decken, dem blanken Boden, auf dem Sofa oder in Körben 7 Hunde. Alle schlafen.
Es ist eine himmlische Ruhe. Die Sorte Ruhe, die sich einstellt, wenn man eine Stunde durch den Schnee getobt ist und sich anschließend mit etwas Knabberei gestärkt zum Nachmittagsnickerchen hinlegt (alle außer mir natürlich). Der alte Balou ist sogar auf seinem Schweineohr eingeschlafen.
Aber wenn man genau hinhört, ist es gar nicht so ruhig. Ein Schnaufen hier, ein Schnarcher da, ein kleiner Seufzer … Das alles eingebettet in eine Endlosschleife von vielstimmigen ruhigen, ebenmäßigen Atemzügen. Es ist ein Kanon des Schlafes von der Art, die einen einlullt, die Augenlider schwer werden lässt bis dass man sich kaum noch auf dem Stuhl halten kann. WIE SOLL EIN MENSCH DENN DA ARBEITEN???!!! So geht das nicht!!!
Bei den drei Ausrufezeichen habe ich gerade so energisch auf die Tastatur gehackt, dass Vinci kurz den Kopf gehoben hat – nur um dann die Position zu wechseln und zu einer neuen Runde Schlafgeräusche anzuheben. Und was mach‘ ich? – Ich hol‘ mir noch ‘nen Kaffee….
Viele Grüße aus dem tief verschneiten Berlin
Sabine Post
14.03.2013
Loretta, Beretta, die Grübchen und das Betthupferl …
Hallo! Hier Loretta! Ich melde mich mal wieder mit Neuigkeiten. Seit fast 2 Wochen schlafe ich jetzt nachts mit im Bett. Jawohl! Meine Karriere hat ja gleich von Anfang an auf einem Kissen vor dem Bett begonnen. Ich bin dann nur morgens zum „Guten Morgen“ sagen ins Bett gesprungen. Dann habe ich mich letztens für die Nachtruhe bis ans Fußende gewagt. Von dort aus ging es auf Kniekehlenhöhe und nun bis hoch zum Kopfkissen. Da kann ich meinem Menschen morgens gleich in die Augen schauen. Ich habe mich also quasi „hochgeschlafen“. Sagt man das so? Überhaupt ist das sehr gemütlich bei uns im Bett.
Besonders gerne liege ich auch direkt bei Vinci. Vinci und ich sehen uns sehr ähnlich – nur dass er mindestens 6 x so groß ist wie ich. Er hat einen riesigen Kopf mit einem Maul, in dem ich zur Not auch gut schlafen könnte …. Überhaupt, dieses Maul … Vinci hat in seinen sehr fleischigen Lefzen ganz wunderbare Grübchen („Hamsterbäckchen“ sagt meine Menschin dazu). In denen bleibt immer ein Rest Futter hängen -„für später“. Ja, und wenn wir uns dann zur Nacht zusammenkuscheln, mach ich die sauber, die Grübchen. Ehrensache. Wofür hat man denn Freunde? Vinci hält dann immer ganz andächtig still, ich freue mich über mein Betthupferl und Sabine ärgert sich, weil sie wieder vergessen hat, die Hamsterbäckchen selber mit dem Lappen sauber zu machen, was natürlich pure Verschwendung wäre.
Inzwischen finde ich auch die Frau mit den Wurstfingern, die über uns wohnt, toll. Mhhhhm, die riecht immer so lecker. Sie kommt zweimal am Tag zu uns, um Sabine bei der Medikamentenverabreichung für unsere Senioren zu helfen. Und wenn sie kommt, lohnt es sich fast immer, wenn ihr versteht, was ich meine
. Jetzt laufe ich auch schon schwänzchendrehend zur Tür und begrüße sie freundlich worüber sie sich mächtig freut. Bei den Männern der Familie bin ich immer noch etwas zurückhaltend. Man muss sich ja auch nicht jedem gleich an den Hals schmeißen.
Aber ich kann auch ganz anders! Auf unseren Spaziergängen treffen wir oft die Cara von oben an der Ecke. Eine Bayrische Schweißhündin. Ich weiß gar nicht, was die alle an der finden. Alle sagen, die ist so nett und so…. Zu mir ist die einfach nur doof. So richtig aufdringlich. Schlimmer als mancher Kerl! Sie will immer an mir schnuppern, viel mehr als normal oder höflich wäre. Und wenn ich dann von ihr weg will, läuft sie immer hinter mir her. Letztens ist mir dann der Kragen geplatzt. Da habe ich eine Bürste gemacht, dass mein Wintermäntelchen gleich mal 10 cm über mir schwebte, habe ihr die volle Breitseite meiner Knabberleiste gezeigt und ein paar kräftige polnische Flüche auf sie losgelassen. Eine kurzfristige Verwandlung von Loretta zu „Beretta“. Das hat sie dann endlich kapiert und meine Menschin war’s zufrieden.
Ich verfüge inzwischen auch schon über eine nette Kollektion von Namen:
1. Loretta (ist ja klar)
2. Beretta (wenn ich frech bin und aus dem Nichts angeschossen komme um ordentlich verbal mitzumischen, z.B. beim Briefträger)
3. Lorettchen (wenn ich niedlich bin)und daraus abgeleitet
4. Frettchen (wenn ich neugierig oder keck bin)
5. Mäuselinchen (eine Zusammensetzung aus Mäuschen und Däumelinchen, weil ich so klein bin. Das ist mein liebster Name.
Beim Aufwachen guckt mich mein Mensch an und sagt „Guten Morgen, mein Mäuselinchen“. Das ist einfach wunderschön
Aber vor das Aufwachen hat der liebe Gott das Schlafengehen gesetzt. Und das machen wir jetzt. Zeit für’s Betthupferl
Es grüßt Euch herzlichEure Loretta
1. Mai 2013
Guten Abend, Frau Hofmann,
wir sind noch immer ganz fassungs- und sprachlos wegen der Nachricht von Arturs Tod. Das kann doch gar nicht sein!!! Wie ist das möglich? Ich sehe ihn immer noch vor mir an dem Abend, als ich Loretta abgeholt habe. Er ist noch mit uns zum Auto gegangen. Wir haben uns mit Händen und Füssen verständigt, weil er mir noch etwas über Loretta sagen wollte. Und dann hat er Loretta ganz vorsichtig auf den Arm genommen, sie ins Auto gesetzt und sich ganz lieb von ihr verabschiedet. Man hat ihm wirklich angemerkt, wie wichtig ihm die Kleine war.
Es darf doch nicht sein, dass so ein wichtiger Mensch, der sicherlich noch so viel Gutes für die Tiere hätte bewirken können, so früh gehen muss.
Dabei hatte ich gerade wieder ein bisschen “Loretta-Material” gesammelt und wollte dieses niedergeschrieben an alle senden, auch immer in dem Wissen, dass Artur gerne Neuigkeiten über Loretta erfahren wollte. Das ist mir jetzt buchstäblich erst einmal im Halse stecken geblieben.
Deshalb heute zunächst die Information, dass Loretta gestern kastriert wurde. Sie hat die Operation (inkl. einer ausgiebigen Pediküre) gut überstanden. Die Gebärmutter war leicht verändert, sah also nicht normal aus, war aber nicht entzündet. Die OP-Vorbereitungen waren fürchterlich, weil man sie dafür sehr fest halten musste, um den Venenkatheter zu legen. Sie hat schrecklich geschrien – nicht vor Schmerz sondern vor Panik, weil man sie so fest gehalten hat. Das wird noch lustig werden beim Fäden ziehen. Ich bin da geblieben, bis dass sie geschlafen hat und konnte auch nach der OP zum Aufwachen gleich wieder zu ihr. Den Trichter kann ich ihr gar nicht anziehen. Der macht sie auch regelrecht panisch und sie dreht sich wie eine Spindel um die eigene Längsachse. Deshalb trägt sie nun einen Baby-Body und findet es einfach nur doof. Sie ist etwas verunsichert, nimmt mir aber nichts über und ist, im Gegenteil, sehr verschmust und liebebedürftig.
Bis demnächst einmal.
Viele Grüße
Sabine