Sandra Sorge

Sandra_Sorge

In meinem Leben spielt Tierschutz schon sehr lange eine wichtige Rolle. Es war mir immer wichtig, tierleidfrei und nachhaltig zu konsumieren. Leider ist es unmöglich beim Einkaufen alle Faktoren von Leid, Ressourcenverschwendung, Umweltverschmutzung, usw. zu berücksichtigen. Jede Art von Konsum, schwächt Ressourcen! Ich habe meinen Fokus auf tierleidfreien Konsum gelegt, weil dieses Leid unsichtbar direkt vor unserer Haustür, in den unzähligen Mastanlagen, geschieht. Und das wird gesellschaftlich toleriert, mit dem Argument, Menschen brauchen für eine gesunde Ernährung Fleisch. Aber das stimmt nicht. Wir haben besonders in diesem Land die Wahl und auch die Mittel, uns ausgewogen und gesund ohne tierische Produkte zu ernähren.

 

Um diesem Gefühl der Ohnmacht nicht zu unterliegen, wollte ich mehr tun.

Ich wollte mit Tieren leben und ihnen ein schönes Zuhause geben. Ich habe einige Jahre meine Wohnung mit Kaninchen geteilt. Käfige gab es bei mir nicht. Sie hatten ein eigenes Zimmer und dürften sich frei in der Wohnung bewegen. Ich nahm es in Kauf, dass überall Heu, Streu, Köttel und auch mal die eine oder andere Pfütze waren. Ich verbrachte viel Zeit mit putzen, Kräuter und Gras sammeln und dem Plündern der Obst- und Gemüseabteilungen in den Supermärkten. Entschädigt wurde ich mit zufriedenen kleinen Hopplern, die ihre Bocksprünge durch die Wohnung machten. Aufgrund meiner Erfahrungen und Beobachtungen habe ich gelernt, dass Kaninchen nach draußen gehören, um artgerecht leben zu können.

Als sie krank wurden, habe ich sie gepflegt und über die Regenbogenbrücke begleitet. Ich möchte die Zeit mit ihnen nicht missen.

 

Ich merkte relativ schnell, dass ich gerne wieder ein Tier aus dem Tierschutz bei mir aufnehmen wollte, dabei dachte ich an eine Katze.

Wie es im Leben so ist, es kam ganz anders:

Im letzten Sommer habe ich die nun zehnjährige Knopa, eine kleine Mischlingshündin aus der Ukraine, bei mir zur Pflege aufgenommen. Sie war bereits vermittelt, durfte in dem neuen Zuhause leider nicht bleiben, aus welchen Gründen auch immer!

Knopa hat zahlreiche alte Verletzungen, insbesondere an der Hüfte, deswegen kann sie keine stundenlangen Spaziergänge machen. Ich trage sie die Treppen rauf und runter, zum Glück wohne ich im Erdgeschoss. Mit der Gabe von pflanzlichen Präparaten und vielen kleineren Spaziergängen, hat sich ihre Beweglichkeit mit der Zeit stark verbessert.

Auch wenn Knopa schon eine ältere Hundedame ist und sie aufgrund ihres Handicaps etwas eingeschränkt ist, sehe ich in ihrem Blick die junge und ausgelassene Hündin und ihren Schalk. Sie liebt ausgedehnte Sonnenbäder, bei denen sie sich gerne grunzend im Gras wälzt. Sobald sie ihre Freunde Thor und Benny wittert, dreht sie vollkommen durch vor Freude. Danach ist sie zwar vollkommen erschöpft, bei dem Anblick, geht einem aber das Herz auf!

 

Seitdem ich mit Knopa zusammen lebe, hat sich mein Leben komplett verändert. Hunde bringen einen dazu, sich selbst neu kennen zu lernen, was sehr bereichernd ist. Sie hat sich ganz toll entwickelt und zeigt mittlerweile auch ihre frechen Seiten. Wenn ich nicht zu Hause bin, geht sie liebend gerne heimlich aufs Sofa. Schlussendlich konnte ich mich nicht mehr von ihr trennen und nun darf sie ihren Lebensabend bei mir genießen.