Die folgende Übersetzung der Reportagen stammt aus den ukrainischen Städten: Poltawa, Harkiw, Sewastopol, Donetzk, Kiew und der Halbinsel der Ukraine, der Krim.
Der Link auf den Film befindet sich im Anschluß an den Text und sollte nicht von Kindern betrachtet werden!
Dieses Thema ist wird aktueller von Jahr zu Jahr. Da die Zahl der herrenlosen Tiere sich nicht reduziert. Eine Seite ist, dass die streunenden vierbeinigen Freunde eine echte Bedrohung für die Menschen sind.
Laut Statistik wurden alleine in Kiew im vergangenen Jahr fast 3 000 Einwohner von streunenden Hunden angegriffen. Die Dunkelziffer kann nur erahnt werden. In der Presse erscheinen gelegentlich schreckliche Geschichten über gebissene Kinder. Das Problem der unkontrollierten Population der herrenlosen Tiere in der Ukraine rückt vor dem Hintergrund der zu erwartenden Fußballfans für die EM 2012 auch für die UEFA ins Licht.
Sofia, die Mutter des 1,5 Jahre alten Oleksij, macht einen weiten Bogen um die Hunde. Aber in dem Park, wo sie mit dem Kleinen spazieren geht, sind diese Tiere oft Gäste. Sofia erinnert sich, irgendwann war sie allein mit einem Rudel von Hunden – seitdem hat sie immer einen Stein bei sich.
Sofia Rosgonük, eine junge Mutter:
„Ich spürte etwas Fremdes, ich drehte mich um und sah, wie die 10 Hunde direkt auf mich zukamen, niemand sonst war zu sehen. Sie haben uns nichts getan, aber ich habe mich sehr erschreckt und wusste nicht, was ich tun sollte.“
Sie hat die Hundefänger nicht angerufen, sie konnte es irgendwie nicht tun. Aber andere an ihrer Stelle hätten es wohl getan – vor allem solche Menschen, denen das Schicksal der Hunde gleichgültig ist.
„Vielleicht überlebst du? Vielleicht sind es die Menschen, die Dein Leben retten, meine schöne, gute“
- Dies ist einer der beiden Hunde, die einfach Glück hatten und überlebten – die Dosis Gift war zu klein. Vor einer Woche lebten in diesem Park zehn von ihnen. Bewohner der Stadtteile haben ihnen Hütten errichtet und sie täglich gefüttert.
„Sagen sie, kann man dies ohne Tränen ertragen? In das investierten wir unsere Seele, unser Leben, unsere Gesundheit. Unsere Liebe und unser Geld. Wir sind Rentner. Diese Hunde hatten wir auf unsere Kosten kastriert.“
Man hatte die Hunde gerade erst in der Innenstadt im Identifizierungs- Zentrum zur Kennzeichnung von Tieren registrieren lassen und man hatte ihnen ein spezielles rotes Halsband angezogen, aber nach nur einer Woche waren alle Hunde vergiftet worden! Die Stadtreinigung wurde anscheinend schon vorbereitet, denn die Leichen waren sofort mit Erde bedeckt worden.
„Die Tatsache, dass wir sie registrieren haben, war ihr Verhängnis, denn wir gaben unsere Adressen an, und so konnten sie gefunden und vernichtet werden, 9 Jahren haben sie hier gelebt“
Nina Nesstschotna, Rentnerin:
„Diese Hunde sind verurteilt, weil es keine Menschen sind, es sind Ungeheuer auf 2 Beinen. Ich habe sie gemocht. Es war mein Ausgleich. Ich kam zu ihnen, und sie liegen auf dem Gras und ich habe mit ihnen geredet. Sie waren so gut erzogene, liebe Hunde. Sie haben keinem etwas getan.“
Ein anderer Hund auf dem Platz wurde erschossen mit Feuerwaffen. Bewohner riefen die Polizei an. Aber man hat nicht einmal den getöteten Hund mitgenommen, um eine Analyse zu machen, man hat lediglich den Rat gegeben, die Rentner sollten die Untersuchung auf eigene Kosten machen lassen….
„Hier, sehen Sie, in die Pfote hat man zuerst getroffen, und danach gezielt ins Herz geschossen. Ein kontrollierter Schuss!“
Weronika Woronina, Schülerin der 9 Klasse:
„Ich würde am liebsten die Menschen, die das getan haben, erschießen. Zu diesen Hunden ging ich, wann immer es mir schlecht ging. Einmal wollte ich die Straße überqueren und bemerkte nicht, dass ein Auto kam, bis mich ein Hund hinten an der Jacke packte und ich dadurch gerade noch so zurück weichen konnte.“
Ein solches Hunde Massengrab haben Donezks Tierschützer gefunden. Die erschossenen Hunde hat man noch als warme Körper hergebracht, wie Müll. Aus diesem Haufen haben Freiwillige noch lebende Welpen heraus gezogen… Manchmal sind noch lebende Hunde mit im Graben und die Obdachlosen, die hier leben, sagen, dass die Hunde in diesen Müllgraben mehrere Tage heulen, bis sie sterben….
„So eine Spritze . Wer kann es sagen, was da drin war, wenn der Hund gestorben ist?“
Diese Spritze muss das Tier für eine kurze Zeit lähmen , damit man es leichter fangen kann, aber nach dem Fangen wird man regelmäßig auf der Krim die vielen Hundekadaver finden..
Margareta Letwenänko , Sozialökologin:
„In der Tat, wenn man das Tier töten soll , es ist wert Maximum 40 Grewna ( 4 €) und für das Töten eines Hundes der Staat zahlt von unserem Geld , dass er aus unser Tasche zieht an die Tötungs- Unternehmen 200-300 Grewna ( 20-30 €) . Können Sie sich dieses einträgliche Geschäft vorstellen?“
Walerij Saratow, Leiter der Sewastopol Stadt Administration:
„Lenins Kreis hat 40 000 Grewna ( 4 000€) ausgegeben. Man hat 125 Tiere gefangen. Durchschnittliche Kosten pro Tier 334 Grewna ( 33,40 € ). Ich will nicht weiter darauf eingehen. Ich liebe Hunde sehr. Aber ich muss sagen, dass wir heute nicht über Gelder im Haushalt verfügen, um dieses Problem ernsthaft zu lösen. Und wir lösen das Problem, dann eben so auf den Wunsch der Bewohner. Anwohner rufen an, es gäbe viele Hunde. Man fährt dort hin, fängt, schläfert ein, sterilisiert.“
Das Gesetz muss Tierquälerei bestrafen. Aber die Vergiftungen der toten Hunde sind schwer zu beweisen, weil das Gift schnell verfliegt. Dies ist eine der wenigen Untersuchungen, die die Tierschützer in der Lage waren, durchführen zu lassen. Es stellte sich heraus, der Hund wurde geschlagen, erstickt und vergiftet…
Assia Särpinsska, Präsident des Verbandes der Tierschutzes Organisationen in der Ukraine:
„Akute Erweiterung der rechten Hälfte des Herzens, diffuse Blutungen im Epikart, Lungenödem, Blutungen von Hirnhaut und der Hirnsubstanz, Schwellung des Gehirns. Keine Worte, darüber wie das Tier litt, bis das starb. Dies ist, was unsere Menschen mit den Tieren tun. Ist das nicht Faschismus?“
Das Gift bewirkt ein langsames Sterben über mehrere Stunden in Krämpfen. Und das alles vor den Augen der Passanten – Erwachsene und Kinder. Dies ist einer von 10 Hunden, die in der Poltawa vor zwei Wochen einfach auf dem Markt vergiftet wurden.
„In schrecklicher Qual gestorben, sich windend, schwankend weinend, es war unerträglich, es zu sehen. Und wir selbst weinten, als wir dies sahen.“
Diese Geschichte ist ähnlich in Harkiw. Lokale Tierschützer erzählen: auf diese Weise bereitet sich die Stadt für das Fest EUROPA FUSSBALL – 2012 vor…
Elena Kravchenko, Leiter der Liga der Unterstützung von Tieren (Harkiw):
„Das Tierleben wird heute nicht erhalten. Alle gefangenen Tiere werden vernichtet. Oder an Ort und Stelle mit Spritzen vergiftet. Tiere, die 5-7 Tage in Gefangenschaft sind und nicht abgeholt werden, müssen auch vernichtet werden.“
Dass unter diesen Bedingungen das Tierheim nur eine vorübergehende Zuflucht ist, wissen auch die Beamten. Sie sagen, die Besten werden überleben, der Rest muss eingeschläfert sein. So reguliert man die Zahl der Tiere um zu versichern, das läge nicht nur an der EM 2012, sondern an den herzlosen Tierbesitzern, die die Tiere aussetzten.
Victoria Bogater, Leiter der Abteilung Ökologisches Department (Harkiv):
„Unterkünfte für Hunde, wo man sie ein Leben lang halten kann, das ist unmöglich zu realisieren, und zweitens muss man verstehen, dass der Tierbestand in einem städtischen Umfeld sich jederzeit vermehrt und das liegt vor allem an den unvernünftigen Tierhaltern, die sich der Tiere entledigen, indem sie sie einfach aussetzen.“
Dies ist die staatliche Unterkunft für Tiere in Kiew. Heute brachten hier noch drei weitere Autos Straßenhunde, obwohl die Stadtregierung den Tierschützern versprochen hatte, dass vorübergehend keine Tieren mehr gefangen würden.
„Es sind 10 Hunde in einem kleinen Zwinger: So ist die Realität.“
Diese verängstigten Hunde bringt man hier her wegen Beschwerden von Einwohner aus Kiew, sie wären besonders aggressiv und gefährlich. Tierschützer sagen – die Hunde leben hier nicht mehr lange.
Antonina Smolij, Vorsitzender der Bürgerliche Organisation Swjatoschenskej Kreis ( Stadt Kiew) :
„Tierschützer fahren sofort nach dem Fang in Borodjanka ins staatliche Tierheim und manchmal finden sie ihre Hunde. Es passiert immer wieder, das sie ihre Pfleglinge zur Kastration dort lassen und wenn sie nach ein paar Tagen nach ihnen sehen wollen, sind sie nicht mehr da….“
Tatiana Melnetschenko, eine Journalistin:
„Genau diese Hunde hat man in den Straßen von Kiew gefangen. Sie sagen, man betrachtet sie als gefährlich, weil sie anscheinend Menschen angreifen. Man tötet sie und erschießt sie. Aber schauen Sie da, sie sind nicht aggressiv und greifen nur aus Liebe an.“
Das Hunde-Rudel griff jedes Mal auch Freiwillige an, die in das private Tierheim von Assia Särpinska kamen . Das alles hat sie auf eigene Kosten gebaut und hat ihre eigene Wohnung verpfändet. Im jedem Zwinger ist eine Hütte und genug Platz, um sich gut auszutoben. Hier werden die Tiere sterilisiert, aber nicht eingeschläfert. In Assias Tierheim sind fast 700 Hunde – die Tierschützerin kann nicht mehr beschützend aufnehmen, sie weiß nicht, woher sie das ganze Futter bekommen soll. Dennoch, jedes Mal erscheint hier ein neuer Hund – einer mehr gerettet.. Assia ist kürzlich aus Polen zurückgekommen, wo man sich auch auf die EM 2012 vorbereitet. Sie sagt: Es gibt in den staatlichem TH mehr als 3000 Hunde und sie würden dort ausgezeichnet versorgt. Und man tötet sie nicht, denn für 90% der Tiere findet man neue Familien.
„In Kiew gibt es 3000 streunende Hunde, kann sein 5000. Jetzt bleibt von allen noch sehr wenig. Und in Kiew sind 3 Millionen Einwohner. Wenn nur einen barmherziger Mensch von 1 000 in Kiew einen Hund bei sich aufnimmt, wäre das Problem der streunenden Hunde in Kiew gelöst. Es zeigt , dass der Prozentsatz barmherziger Menschen bei uns unter einem tausendstel liegt…..“
Link zum Original Film , bitte nicht von Kindern anschauen lassen!
>>Link auf original Film- Reportage in ukrainisch<<
Autoren: Tetiana Melnetschenko, Katerena Tschurelowa.
Opertoren: Wolodemer Nepejpewo, Mekola Piddubnej, Wadem Temofeew, Oleksij Truschen, Mekola Kreschaniwskij.
Ukrainische Fernseh-Sendung „ Pesrchej nazionalnej „, Programm: „ Pidsumki tischnja“
http://1tv.com.ua/uk/news/2011/04/03/4460
Übersetzung auf Deutsch
Natalia Schneider, Verein „Hundehilfe –Ukraine e. V.“
Deutschland.