Aktuelles aus der Krise

10.03.2022
Telefonat mit Peter – 2. Vorsitzender der Hundehilfe-Ukraine e.V. -.

Er wirkte sehr schockiert, kam gerade mit Journalisten aus einem Krankenhaus in Chmelnitzky zurück. Eine Familie mit 2 Kindern hat dort um Hilfe gebeten. Sie wurden auf der Flucht von russischen Soldaten beschossen. Dem Sohn wurde gezielt in den Oberschenkel geschossen damit er nicht mehr laufen kann.

Diese Eindrücke ließen Peter nicht zur Ruhe kommen. Wir verzichteten mit ihm über die vielen Hilfsangebote aus Deutschland zu sprechen. Nach neuesten Informationen wird es schwieriger mit Tieren über die ukrainisch/polnische Grenze zu kommen. Wir versuchen dennoch einen Transport nach Polen auf die Beine zu stellen. Die Liste der Tiere haben wir gemacht. Wir benötigen Familien die einen Hund oder einer Katze ein Zuhause für immer geben. Nicht als Pflegestelle sondern als Familienmitglied.

Die Not ist groß! Wie lange der Krieg dauert, wie lange die Grenzen noch offen sind – wir wissen es nicht. Geld können wir noch überweisen.

Ein paar Anmerkungen zur Situation an der Grenze Ukraine/Polen – wie wir es hören! Natürlich wollen wir alle Hilfe leisten. Aber „blauäugig“ mit einem vollgeladenen Transporter an die Grenze zu fahren ohne konkreten Kontakt in der Ukraine ist gefährlich. Menschen, die sich für diesen Schritt entscheiden – bitte nehmen Sie Kontakt mit registrierten, anerkannten Organisationen auf (z.B. Rotes Kreuz). Sie wissen, welche Spenden benötigt werden und wie die Empfänger erreicht werden können. Geben Sie ihre Spenden nicht an Unbekannte ab. Dieser Krieg lockt – wie immer – auch kriminelle Strukturen an – seien Sie bitte wachsam!


07.03.2022: Das Licht besiegt die Dunkelheit!

Dies hörten wir heute früh im Radio. Gestern im Fernsehen- klassische Musik zum Kriegsgeschehen in der Ukraine. Zerstörte Häuser, Menschen die fliehen, Frauen und Kinder die weinen und das wenige mitnehmen, was sie tragen können. Verstörte Haustiere die mit ihren Menschen fliehen oder zurückgelassen werden müssen. Können wir uns hier in Deutschland so etwas vorstellen? Was würden wir in kurzer Zeit einpacken? Wir müssten liebgewordene Gewohnheiten, Möbel und Tiere zurück lassen. Pferde, Schweine, Kühe, Hunde, Katzen, Kaninchen, Hühner, Wellensittiche u.a.
Es ist für uns nicht vorstellbar!

Genau dies geschieht jetzt in der Ukraine. Die Ukrainer sind tapfer. Wer nicht muss wird nicht fliehen. Die Volontäre(„Freiwillige“) versorgen weiterhin die Straßentiere und die Hunde in den Tierheimen in Chmelnitzky.
Wir sind bemüht täglich Geld in die Ukraine an unsere Freude zu überweisen. Sie sollen Futter und Medikamente auf Vorrat kaufen.

Gestern telefonierten wir wieder mit Peter unserem 2. Vorsitzenden der Hundehilfe Ukraine e.V.. Alle sind am Leben, aber die Nervosität steigt auch in der Bevölkerung. An unterschiedlichen Punkten wird jetzt schon Essen für die Flüchtlinge und die Bevölkerung gekocht. Ein Krankenhaus von Chmelnitzky hat Peter um Unterstützung gebeten. Sie brauchen viel medizinisches Material und Geld um sich auf den Ernstfall vorzubereiten und die ankommenden Flüchtlinge zu versorgen; Verletzte aus dem Krieg zu versorgen. Wir fühlen uns in der Situation oft hilflos, können nicht zu unseren ukrainischen Freunden fahren und helfen. Wir können von Außen unterstützen, helfen, vermitteln…trösten. Es ist uns gelungen einen Transporter für Davids Fahrt in die Ukraine zu bekommen. Nun wird es bald hoffentlich bald losgehen. Wir werden mit David hoffen und bangen, das alles klappt. Ganz, ganz viele Hilfsangebote erreichen uns. Bitte haben Sie Geduld – wir wollen alle beantworten – es sind im Moment zu viele.

Pflegestellen – wir haben ausreichend Angebote – könnten die gar nicht alle in Anspruch nehmen. Offen gesagt – bitte zurzeit keine weiteren Angebote!

Lassen sie uns alle weiter an der Seite des ukrainischen Volkes stehen, um dort wenigstens etwas menschliches und tierisches Leid zu mildern oder zu verhindern.
Wir danken allen dafür!
Vorstand Hundehilfe-Ukraine e.V.




04.03.2020 Tag 7 des Putin-Krieges gegen die Ukraine. Was für ein Leid ein einzelner machtbesessener Mensch mit seinem Regierungszirkel anrichten kann. Haben wir diese Erfahrung nicht schon einmal gemacht? Russische junge Soldaten werden nach Weißrussland zur Militärübung und dann einfach über die Grenze zur Ukraine in den Krieg geschickt. Was für ein Betrug am eigenen Volk! Gestern Abend konnten wir mit Peter Troyan – unseren 2. Vorsitzenden – in Chmelnitzky etwas länger sprechen. Die Schulen arbeiten seit Kriegsbeginn nicht mehr. Peter und seine Lebensgefährtin sind Lehrer. Jetzt sortieren sie Spenden in den Schulen für Flüchtlinge, die sich in Chmelnitzky auf ihren langen Flüchtlingsweg neu versorgen, schlafen und dann weiter ziehen in die Europäische Union. Die Stadt bereitet sich auf den Angriff vor. Wir haben Peter noch einmal unsere Unterstützung für seine Familie und für unsere Tierschützer zugesagt. Was für eine menschliche Leistung zu bleiben; auch bei den Tieren zu bleiben! Mit dem städtischen Tierheim und unserem Tierheim „Sterntaler“ sind es ca. 280 Tiere die täglich versorgt werden müssen. Ungeachtet der Straßentiere und den eigenen Tieren zu Hause. Peter bestätigte noch einmal, dass unsere Telefonate helfen, sich in diesem Krieg nicht alleine zu fühlen. Wir sind bei Ihnen. Dann erreichten wir unseren ukrainischen Tierschützer David. Er kommt aus Ternopil – die Stadt liegt zwischen Lviv (Lemberg) und Chmelnitzky – und lebt jetzt in Deutschland. Er betreut auch unsere Homepage, vermittelt Kontakte und berät uns oft. David bat uns um Hilfe. Seine Familie und Freunde der Familie haben sich zusammen auf die Flucht begeben und werden voraussichtlich am Wochenende an der Grenze zu Polen sein. Sie kommen zunächst in der Nähe von Krakau unter. Danach benötigen sie eine Unterkunft in der Nähe seines Wohnsitzes in 55299 Nackenheim. Kann hier jemand schnell und unbürokratisch helfen? Bitte melden Sie sich – wir stellen den Kontakt her. Weiterhin machte uns David ein Angebot. Er würde mit einem Transporter nach Chmelnitzky fahren und Tiere nach Deutschland bringen – so es die Kriegssituation zulässt. Kann uns jemand einen alten, funktionstüchtigen Transporter zur Verfügung stellen? David würde fahren. Er kennt das Land und seine Wege. Alles andere würden wir in Chmelnitzky organisieren. Zurzeit werden 3 Hunde für die zeitnahe Fahrt nach Deutschland vorbereitet. Eine befreundete Organisation hat uns 3 Plätze angeboten und fährt den Transport in die Europäische Union. Die Zeit rennt uns davon! Unsere große Sorge gilt auch der Zukunft. Steht das Tierheim dann noch. Kann die Versorgung der Tiere und der Menschen abgesichert werden? Wieviel Leid ist entstanden? Wir haben heute Geld nach Chmelnitzky transferiert. Noch geht das; auch die Banken geben noch Geld aus. Und zukünftig? Wir werden aber immer Mittel und Wege finden zu unterstützen. Bitte helfen Sie weiter, unterstützen uns mit Spenden. Es wird und muss weitergehen; wir lassen die Menschen und Tiere nicht allein!





03.03.2022 Das lässt unser Gewissen nicht zu! Wir bekamen gestern und heute zwei Nachrichten aus Chmelnitzky: Lena – die Vorsitzende unseres Partnervereins „Rettet das Leben“ schrieb gestern: „Wir sind alle ok – vielen Dank“. Peter – der 2. Vorsitzende unseres Vereins schrieb gerade: „Hallo ihr Lieben. Es geht uns entsprechend gut!“ Im Moment scheint es so, dass Chmelnitzky noch nicht im Fokus der russischen Angriffe steht. Wie lange? Können wir uns so etwas bei uns eigentlich vorstellen? Wir schrieben bereits – wir sind überwältig von der Hilfsbereitschaft der Menschen – nicht nur aus Deutschland, auch Österreich, Schweiz, Belgien und anderen Ländern! Es gibt Hilfsangebote für Sachspenden, Pflegestellen, Körbchen für immer, Fahrtangebote und vieles mehr. Wir sind sehr, sehr dankbar! Flüchtlinge aus der Ukraine kommen an die polnische, rumänische, slowakische und ungarische Grenze. Wir hörten, dass es im Moment 3 Tage dauert bis man nach Polen einreisen kann. Auch die Situation für Tiere die mitgenommen werden, ist im Moment nicht klar. Mal hörten wir, dass die Tiere mitgenommen werden dürfen; dann wieder das die Einreise verweigert wird. Sachspenden – wir können seriös nicht beantworten, ob die nach dem Grenzübertritt in die Ukraine auch tatsächlich transportiert werden können – dort ist Kriegsgebiet – es wird gekämpft…es fliegen Kugeln, Raketen und Geschosse! Daher unsere Bitte – senden Sie uns zurzeit keine Sachspenden – wir können nicht garantieren, dass wir die auch in die Ukraine bringen können. Wir möchten niemanden enttäuschen. Was wir leisten können – logistische Unterstützung und finanzielle Unterstützung ab dem Übertritt in eines der genannten Länder. Hierfür benötigen wir dringend Menschen, die ukrainisch und deutsch oder englisch sprechen. Und – bei unseren Partnern in Chmelnitzky die wir mit Geld unterstützen werden. Was folgt nach dem Generalangriff? Wie viele Städte werden zerstört sein? Wie viele Tierheime? Wir werden auch danach für die Tiere und für die Tierschützer da sein. Egal wie es ausgeht. Wir sind da!!! Unsere Gedanken und Herzen sind bei den ukrainischen Menschen!!! Vorstand der Hundehilfe-Ukraine e.V.





Viele, viele Mails erreichten uns in den letzten Tagen! Wir sind überwältigt von der Anteilnahme und der Hilfsbereitschaft der Menschen. Wir beantworten jedes Mail, jede WhatsApp-Nachricht. Aber bitte seien Sie nicht böse wenn es ein bisschen dauert! Wir werden weiter berichten! Vorstand der Hundehilfe-Ukraine e.V.





29.02.2022 Nachricht von Lena Golubnycha – der 1. Vorsitzenden unseres Partnervereins „Rettet das Leben“: My dear friend! We are fine! It’s ok! We will fight for our country! Donations are very important! We expected that something may be and I have bought enough food and medicine for our shelter for a month! So now we have all we need but I’m not sure what will be then(( so we will be very glad if you support us with money next month! Pray for Ukraine! „Meine lieben Freunde! Uns geht es gut! Es ist ok! Wir werden für unser Land kämpfen. Spenden sind sehr wichtig. Wir wissen nicht was kommt und wir haben genug Futter und Medizin für unser Tierheim für einen Monat gekauft. Im Moment haben wir alles was wir brauchen aber wir wissen nicht was dann kommen wird. Aber wir wären sehr glücklich wenn ihr uns im nächsten Monat unterstützen würdet! Betet für die Ukraine!“





28.02.2022 Die Nachrichten aus Chmelnitzy sind spärlich! Vorgestern telefonierten wir mit Peter Troyan, dem 2. Vorsitzenden der Hundehilfe-Ukraine e.V. – er lebt in Chmelnitzky. Er sagte uns, dass es noch ruhig sei in der Stadt– in ca. 40 km Entfernung hätte es Explosionen gegeben. Auch erhielten wir vorgestern eine kurze Mail von Lena Golubnycha – der 1. Vorsitzenden unseres Partnervereins „Rettet das Leben“. Auch sie bestätigte, dass es noch ruhig in der Stadt wäre. Peter wollte sich gestern wieder telefonisch melden – leider haben wir nichts von ihm gehört. Auch konnten wir ihn telefonisch nicht erreichen. Auch Lena wollte schreiben – wir haben nichts erhalten. Wir machen uns alle große Sorgen – sind bemüht den Kontakt wieder herzustellen!





Entsetzen

24.Februar 2022. Früh, sehr früh, ordnet Russlands Präsident Putin den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine an.

Unsere Außenministerin Frau Annalena Baerbrock sagte am Morgen: „Wir sind heute in einer anderen Welt aufgewacht.“

Wie gebannt sitzen wir seit früh vor den Nachrichten, vor den Bildern.

Gegen Nachmittag können wir unseren Freund und stellvertretenden Vorsitzenden Peter telefonisch erreichen. Er war gerade dabei, seine gesamte Familie „zusammenzusammeln“; hatte wenig Zeit. Auf unsere Nachfrage sagte er uns, dass Hubschrauber zu hören sind. Ob es russische oder ukrainische seien wusste er nicht.

Was für ein menschliches Leid hier entsteht. Russland war der Bruderstaat der Ukraine. Viele Ukrainer leben und arbeiten in Russland; andere wieder in der europäischen Union. Die Ukraine war eng mit Russland verbunden.

Und nun?

Ein tiefer Riss wird bleiben. Putin hat mit dem Angriff die elementarsten Regeln der internationalen Ordnung verletzt – er wird den Preis „bezahlen“.

Menschen werden aus der Ukraine flüchten. Polen richtet sich an seiner Grenze zur Ukraine auf Flüchtlinge ein.

Wir bekommen Anfragen – „, Meine Eltern müssen flüchten, möchten aber ihre 4 Hunde und Katzen nicht zurück lassen.“

Um solche Fragen zu beantworten, brauchen wir Ihre Unterstützung – Pflegestellen – Hilfe!

Auch Menschen, die bereit sind an die polnisch/ukrainische Grenze zu fahren um Menschen und Tiere zu transportieren – ihnen in der Not zu helfen.

Wir haben Kontakt zu unseren ukrainischen Tierschützern. Zurzeit ist es noch ruhig in Chmelnitzky. Es gab Raketenangriffe – etwa 40 km von Chmelnitzky entfernt.

Im Gedanken sind wir bei unseren ukrainischen Tierschützern und allen Menschen in der Ukraine.

Wir hoffen, dass Putin seine militärische Aggression beendet und dass die Menschen in der Ukraine zum Alltag zurückkehren können.

Sollte er die Ukraine besetzen, müssen wir andere Strategien entwickeln.

Aber wir werden nicht aufgeben.

Eine Spenderin schrieb heute: „Jetzt erst recht!“.

Über die weitere Situation in Chmelnitzky werden wir zeitnah berichten.

Vorstand der Hundehilfe-Ukraine e.V.